Alle Beiträge von Wolfgang Rehmer

Monika Sawade zum 3. Mal deutsche Seniorenmeisterin!

Ein bisschen Wehmut schwang schon mit, als Monika Sawade und Carolin Baird am Sonntag im thüringischen Leinefelde-Worbis zum letzten Mal einen Glasfiberstab in die Hand nahmen. Sie hatten sich die deutschen Senioren-Meisterschaften als Abschiedssportfest ausgesucht.

Monika, weil sie inzwischen seit 35 Jahren Wettkampfsport betreibt, und irgendwann ist es auch gut. Carolin, weil sie mit 21 Jahren aufgrund einer Verletzung aufhören musste und ein letztes Mal dieses besondere Gefühl der kurzen Schwerelosigkeit erhaschen wollte. Und beide hätten auch besseres Wetter verdient gehabt als Nieselregen und 13 Grad Temperatur. Aber sie machten das Beste draus.

Carolin Baird (links) und Monika Sawade (rechts) nach der Siegerehrung

Akribische Vorbereitung

Beide hatten sich akribisch auf diesen Tag vorbereitet. Während aber die Männer die Medaillenränge mit Steigerungen von jeweils 5 cm ausfechten konnten, mussten die Damen unverständliche 20 cm Steigerungsraten in Kauf nehmen.

So kam es, dass die Steigerung von 2,20m auf 2,40m gleich 5 der in 3 Altersklassen angetretenen Springerinnen nicht schafften, wobei Monika aber in der Altersklasse W 45 die einzige war, die vorher keinen Fehlversuch hatte. So wurde sie nach 2004 und 2014 zum 3. Mal deutsche Seniorenmeisterin, sicherlich auch ein schönes Jubiläumsgeschenk für die LüRa zum 60. Gründungstag.

Carolin hatte im Vorfeld bei 2 Sportfesten gezeigt, dass sie die 2,50m noch fest im Griff hat. Aber bei einer Hilfestellung im Turnen verrenkte sie sich derart stark, dass an einen Start eigentlich nicht zu denken war. Trotzdem machte sie aus verkürztem Anlauf einen Sprung, verzichtete aber danach aus Sicherheitsgründen auf eine Fortsetzung des Wettbewerbs. Riesig war dann die Freude, dass dieser eine Sprung ausreichend war für den 3. Platz in der Altersklasse W 35.

von Wolfgang Rehmer

Luis Gonzalez-Diaz Westdeutscher Jugendmeister über 100 Meter!

Mit einer faustdicken Überraschung endeten die westdeutschen Jugend-Meisterschaften der Leichtathleten in Duisburg.

Luis Gonzalez-Diaz setzte sich im Finale über 100m der 14jährigen Jugendlichen bei Zeitgleichheit von 12,01 Sekunden gegen seinen Bezwinger bei den Nordrhein-Meisterschaften vor 3 Wochen Noah Meier vom ASV Köln durch.

Wie knapp die Entscheidung war, sieht man gut im oberen Foto. Noah Meier reißt beide Arme nach hinten, um den Kopf nach vorne zu bekommen. Luis hat eine normale Bewegung der Arme, wodurch er automatisch die linke Schulter nach vorne bringt. Und entscheidend ist der Rumpf, dazu zählen auch die Schultern.

Nach langem Warten, weil die Kölner gegen die Wertung Protest eingelegt hatten, stand nach mehrmaligem Auswerten der Zielbilder schließlich fest, dass Luis mit 1 Tausendstel-Sekunde Vorsprung gewonnen hatte, übrigens der einzige Titel für den Kreis Bonn / Rhein-Sieg.

Endlauf fast aufs Spiel gesetzt

Durch einen Leichtsinnsfehler hätte Luis diesen Erfolg fast aufs Spiel gesetzt. Wegen seiner Knöchelverletzung wollte er sich für den Endlauf schonen und nahm im Vorlauf 10 Meter vor dem Ziel das Tempo raus; fast ein fataler Fehler, denn er wurde nur Dritter. Mit 4/100 Sekunden Vorsprung erreichte er gerade noch als letzter den Endlauf.

Nichts von alledem hatte der Trainer mitbekommen. Der weilte mit den Stabhochspringerinnen 13 km entfernt im Landschaftspark Duisburg, wohin der Stabhochsprung ausgelagert war.

Die leichtathletischen Wettbewerbe waren nämlich eingebettet in die international ausgeschriebenen Ruhr-Games, eine 4tägige Veranstaltung für 14 verschiedene Sportarten.

Und während die Moto-Crosser und BMX-Fahrer auf einer Rampe Sprünge von bis zu 20 Meter in 10 Meter Höhe zeigten, zeigten die Stabhochspringer auf einer direkt daneben auf dem Gleisbestt der früheren Werksbahn aufgebauten Anlage mit Anlaufsteg vor mehreren hundert Zuschauern ihr Können.

Platz 6 für Liv Röhrdanz

Für Sarah Schmitt, die vor 3 Wochen noch Landesmeisterin geworden war und die am Mittwoch im Wettbewerb Jugend trainiert für Olympia den Vereinsrekord über 75 Meter von keiner Geringeren als Sabine Schulte auf 10,07 Sekunden verbessert hatte, war die Anlage “Gift”. Sie konnte plötzlich so gut anlaufen, dass der Wettkampfstab bei der Einstiegshöhe zu weich wurde und sie leider 3mal scheiterte.

Für sie sprang aber Liv Röhrdanz in die Breche. Als letzte der 12 Starterinnen gemeldet steigerte sie sich auf 2,60 Meter und landete überraschend auf dem 6. Platz.

Katharina Tucke mit Bestleistung

Noch besser machte es Katharina Tucke bei der Jugend U20. Sie steigerte ihre Bestleistung auf 3,10 Meter und belegte Platz 4, wobei sie immerhin beste aus dem Landesverband Nordrhein war.

Ein tolles Erlebnis war für alle 3 sicherlich die Siegerehrung auf dem Center-Court im Landschaftspark, weil sie dort gemeinsam mit den anderen Sportarten geehrt wurden und bei der Siegerehrung Rauchfontänen aufstiegen und Goldbänder abgeschossen wurden.

Für Luis gab es neben dem Meisterwimpel von NRW außerdem die Goldmedaille der Ruhr-Games sowie am Sonntagabend zusammen mit allen anderen Siegern noch einen Pokal.

Gold, Silber und Bronze für LüRa-Leichtathleten

Mit einem kompletten Medaillensatz sind die LüRa-Leichtathleten von den Nordrhein-Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach zurückgekommen.

Die größte Überraschung gelang dabei der 14jährigen Stabhochspringerin Sarah Schmitt. Mit einer Bestleistung von 2,60 Meter angereist konnte sie diese nicht nur bestätigen, sondern im wichtigsten Wettkampf des Jahres auch zweimal steigern.

Mit 2,80 Meter, momentan Platz 8 in der deutschen Jahresbestenliste der W 14, konnte sie bei der Siegerehrung die Goldmedaille in Empfang nehmen. Und auf dem Podest war sie nicht alleine; denn auch Liv Röhrdanz stellte als 5. Mit 2,50 Meter ihre Bestleistung ein.

Sarah Schmitt (links) und Liv Röhrdanz nach der Siegerehrung

Sogar drei LüRa-Springerinnen standen in der älteren Jugendklasse auf dem Podest. Katharina Tucke, die 2 Wochen vorher in Aachen schon 3 m gesprungen war, belegte mit 2,95 Meter Platz 3. Auf dem 4. und 6. Platz folgten mit Lisa Seibt und Marie Gürtler zwei Vereinskameradinnen, die mit jeweils 2,65 Meter ebenfalls Bestleistung sprangen.

Die Silbermedaille schließlich ging an Sprinter Luis Gonzalez-Diaz. Mit einer Bänderdehnung im Knöchel gehandicapt stellte er trotzdem als Vorlauf-Schnellster mit 11,93 Sek. bei Gegenwind einen neuen LüRa-Rekord auf. Wegen der Verletzung war dann der Endlauf nicht ganz so gut.

So knapp endete der 100 m-Endlauf für Luis Gonzalez-Diaz (schwarzes Trikot)

Mit 3 Hundertstel-Sekunden Rückstand belegte er in 12,07 Sek. Platz 2.

von Wolfgang Rehmer