Liebe Freunde, Mitglieder und Interessierte, in unserem Jubiläumsjahr 2019 (60 Jahre LüRa!) habt ihr in den vergangen Wochen einen interessanten Einblick in die Zeit vor der Gründung der LüRa erhalten! 

Unser langjähriger Übungsleiter und Sportwart der Leichtathletik-Abteilung, Wolfgang Rehmer, hat im Rahmen seiner umfangreichen Arbeit für die Niederkasseler Hefte den Sport in Niederkassel in den letzten rund 100 Jahren beleuchtet und dabei eben auch speziell in Lülsdorf und Ranzel.

Viel Spaß beim Lesen des letzten Teils!

Sport in Lülsdorf und Ranzel vor Gründung der LüRa

Von Wolfgang Rehmer

Anders als vor dem Weltkrieg hatten die Fußball-Vereine in der spiellosen Sommerzeit keine Leichtathletik mehr betrieben. Diese Aufgabe übernahmen ab den 50er-Jahren die Volksschulen, eingeleitet durch die erstmals 1951 eingeführten Bundesjugendspiele. Im Mai 1954 war die 32jährige Martha ERDMANN als Lehrerin an die Volksschule Lülsdorf versetzt worden, drei Jahre später folgte ihr der 33jährige Helmut LOOS, beide sehr interessierte Sportler.

Abb. 26 : aus der Schulchronik der Volksschule Ranzel von 1961 : Übergabe des Wanderpreises des Amtes Niederkassel an Hedi Roth von der Volksschule Ranzel. Mit Waltraud Timmer taucht erstmals in der Lülsdorfer Sportgeschichte ein Mädchen in der Berichterstattung auf.

Seit Ende der 50er-Jahre fanden initiiert durch die Gemeinde regelmäßig Schulmeisterschaften um die Wanderplakette des Amtes Niederkassel statt, die trotz noch fehlenden Sportplatzes 1961 von der Volksschule Ranzel,1962 von der Volksschule Lülsdorf gewonnen wurden.

Die Volksschule Lülsdorf hatte zum Training immer noch die Weitsprunggrube auf dem Schulhof. Wie unser Ex-Bürgermeister Walter Esser sich erinnert fanden Sprint und Wurf auf der noch ungeteerten, von Schlaglöchern übersäten Kirchstraße statt. Die Volksschule Ranzel musste, nachdem der Sportplatz an der Feldmühle gesperrt war, den Acker auf der anderen Straßenseite nutzen, auf dem jetzt die Turnhalle steht.

Um den Fußball wieder zu reaktivieren, gelang es der Gemeinde 1959, das Grundstück des jetzigen LüRa-Platzes zu kaufen. Das war aber ein Acker, und der musste erst mühsam hergerichtet werden. Frohenmuts wurde trotzdem sofort unter Federführung von Helmut Loos die LüRa gegründet, aber zunächst nur mit der Fußball-Abteilung. Die ehemaligen Fußballer der „RaKo“, die noch in benachbarten Vereinen spielten, bildeten das Grundgerüst. Spieler für 2 Mannschaften waren schnell zusammengekommen. Da aber bis zur Fertigstellung des Fußballplatzes zunächst nur der notdürftig hergerichtete Acker, auf dem heute die Shell-Tankstelle steht, als Trainingsplatz zur Verfügung stand, fand man nur schwer Gegner, so dass es wenig Sinn machte, Spielsysteme einzustudieren. Es wird überliefert, dass deshalb anfangs die 1. und die 2. Mannschaft nach der alphabetischen Reihenfolge aufgestellt wurden und gegeneinander spielten.

Abb. 27 : Sportplatz Lülsdorf kurz nach der Einweihung 1962, der Sandhügel rechts neben dem Tor ist die Hochsprunganlage, die Laufbahn hatte 6 statt heute 4 Bahnen

Schon ab Ende 1959 nahm die LüRa an den Meisterschaftsspielen teil, wobei man als 2. der 3. Kreisklasse mit einem Torverhältnis von 73 : 26 den Aufstieg ganz knapp verpasste.

Die oben genannten Schulerfolge sowie der Bau des Lülsdorfer Sportplatzes, damals mit der besten Laufbahn und nach der Sportschule Hennef zweiten 400 m-Bahn des Siegkreises, waren ausschlaggebend dafür, dass die LüRa nach der Fußball-Abteilung 1963 auch eine Leichtathletik-Abteilung gründete.

Abb. 28 : Protokoll der Gründungsversammlung der LüRa vom 24. Januar 1959