Liebe Freunde, Mitglieder und Interessierte, in unserem Jubiläumsjahr 2019 (60 Jahre LüRa!) erhaltet ihr in den kommenden Wochen einen interessanten Einblick in die Zeit vor der Gründung der LüRa! 

Unser langjähriger Übungsleiter und Sportwart der Leichtathletik-Abteilung, Wolfgang Rehmer, hat im Rahmen seiner umfangreichen Arbeit für die Niederkasseler Hefte den Sport in Niederkassel in den letzten rund 100 Jahren beleuchtet und dabei eben auch speziell in Lülsdorf und Ranzel.

Wer schon ungeduldig ist, kann auch gerne schon mal auf unserer neuen Archiv-Seite vorbeischauen.

Viel Spaß beim Lesen!

Sport in Lülsdorf und Ranzel vor Gründung der LüRa

Von Wolfgang Rehmer

Diese Konkurrenz und die zu dünne Spielerdecke sorgten dafür, dass sich die Freya schon im September 1922 wieder auflöste. Der neue Ranzeler Verein hatte den klangvollen Namen DJK Ranzlede Ranzel, abgeleitet  von Ransleithe, dem mittelalterlichen Namen von Ranzel.

Abb. 8 : Fußballspiel der DJK Ranzlede Ranzel 1928 auf dem Grondal’schen Ziegelfeld

Gespielt wurde anfangs auf einem „Ziegelfeld“ genannten Stück Land des Bauern Grondal in Richtung Zündorf. Nach Auflösung der Freya übernahm Ranzel dann den Fußballplatz an der Feldmühle, der noch bis 1957 genutzt wurde.

Abb. 9 : Die Feldmühle im Jahr 1932, ganz links erkennt man den Fußball-Platz, rechts neben der Hütte steht ein Fußballtor, rechts neben dem Platz erkennt man Weitsprunggrube und Anlaufbahn. Unten rechts ist heute Tor 1, die Hauptstraße zwischen Niederkassel und Lülsdorf verläuft noch am Rhein

In den nächsten Jahren wurde also in Lülsdorf geturnt sowie Leichtathletik betrieben und in Ranzel Fußball gespielt. Als dann die Turner aus Lülsdorf 1929 auch noch mit dem Handball-Spielen begannen, dazu ein eigener Spielplatz hergerichtet werden musste, waren auch für das Fußballspielen die Voraussetzungen wieder da. Deshalb wurde die Freya reaktiviert, die sich aber diesmal der DJK anschloss und Pfarrer Dr. Koch als Vorsitzenden wählte.

Abb. 10 : Artikel aus derDeutschen Reichszeitung vom 25.06.1929

Der 1929 eingeweihte Lülsdorfer Sportplatz lag „An den Weiden“, da wo jetzt das Retentionsbecken beginnt. Bis Anfang der 60er-Jahre wurde er noch als Bolzplatz genutzt. Im Jahr 1930 hatten Lülsdorf und Ranzel zusammen knapp über 1000 Einwohner, aber 3 Sportvereine. Die Fußballer der DJKRanzlede Ranzel spielten sogar in der Gauklasse der Deutschen Jugendkraft.

Abb. 11 : Spielpaarungen der DJK vom 28.09.1929
Abb. 12 : Freya Lülsdorf gegen Unitas Troisdorf, Spielbericht im General-Anzeiger vom 26.02.1930
Abb. 13 : Fußball-Mannschaft der DJK Ranzlede Ranzel aus dem Jahr 1930, man beachte das DJK-Emblem auf den Trikots. Namentlich bekannt sind nur noch Paul Klein und Johann Schleifer (oben 2. und 3. von rechts) sowie Michael Felder (unten Mitte) und Franz Kurth (unten rechts)

Neben der Ausübung von Fußball, Handball, Turnen und Leichtathletik wurde auch geschwommen; denn Josef STAHL, Vater von Christel Engels, der wir die Fotos zu verdanken haben, belegte 1930 bei den Bezirks-Meisterschaften in Eitorf den 3. Platz im Neunkampf. Und der Neunkampf bestand aus Pferdsprung, Barrenturnen, Reckturnen, 100m-Lauf, Weitsprung,Kugelstoßen, 100m-Schwimmen, Streckentauchen und Sprung vom 3m-Brett. Geschwommen wurde im Rhein, aber wahrscheinlich in Niederkassel, weil in Lülsdorf die Strömung zu stark ist.