Liebe Freunde, Mitglieder und Interessierte, in unserem Jubiläumsjahr 2019 (60 Jahre LüRa!) erhaltet ihr in den kommenden Wochen einen interessanten Einblick in die Zeit vor der Gründung der LüRa! 

Unser langjähriger Übungsleiter und Sportwart der Leichtathletik-Abteilung, Wolfgang Rehmer, hat im Rahmen seiner umfangreichen Arbeit für die Niederkasseler Hefte den Sport in Niederkassel in den letzten rund 100 Jahren beleuchtet und dabei eben auch speziell in Lülsdorf und Ranzel.

Wer schon ungeduldig ist, kann auch gerne schon mal auf unserer neuen Archiv-Seite vorbeischauen.

Viel Spaß beim Lesen!

Sport in Lülsdorf und Ranzel vor Gründung der LüRa

Von Wolfgang Rehmer

Eins jedoch ist sicher, nach gutem Beginn 1937 häuften sich wieder Begegnungen, bei denen die Freya trotz guter Spieler einfach nicht antreten konnte. Schon Anfang 1939, also weit vor Beginn des 2. Weltkriegs, tauchte die Freya in keiner Berichterstattung mehr auf. Es gab zwar noch einige Jugendliche, die dem Ball nachliefen, aber ab Ende des Jahres nicht mehr aufdem Sportplatz an der Feldmühle. Dort wurden zum Schutz des Werksgeländes Flak-Geschütze aufgebaut. Da der größte Teil der Mitglieder an der Front war, es natürlich auch wichtigere Probleme zu lösen galt als das Fußballspielen, löste sich Freya Lülsdorf endgültig auf. Lediglich in Rheidt und Mondorf gab es noch genügend Spieler, um sich anfangs an den sog. Kriegs-Meisterschaften zu beteiligen.

Abb. 23 : Einladung zur Gründungsversammlung des SV Ranzel-Kolonie am 30.11.1945
Abb. 24 : Tabelle aus dem Mitteilungsblatt „Sport im Siegkreis“ vom 30.03.1948; 1 Jahr später stieg Ranzel als Tabellen-Zweiter in die 1. Kreisklasse auf.

Nach Ende des Krieges kam der Sport nur ganz langsam wiederauf die Füße. Das Versammlungsverbot durch die Britische Besatzungsmacht und die Überprüfung jedes Einzelnen auf seine Nazi-Vergangenheit verhinderte zunächst die Wiederaufnahme des Sports. Aber schon am 30.11.1945 erfolgte in der Gastwirtschaft Wenz in Ranzel die Neugründung des SV Ranzel-Kolonie. Einer der ersten Vorsitzenden war wieder Rudi CHITIL, der schon 1920 die Freya Lülsdorf gegründet hatte. Erst 1948 meldete die Gemeinde-Verwaltung der britischen Besatzungs-Behörde der Gründung der „RaKo“. Sie  spielte trotzdem schon ab 1946 in der 2. Kreisklasse, ab 1949 sogar in der 1. Kreisklasse, bissie sich aufgrund zu weniger Spieler im September 1952 aus dem WSV abmeldete. Ihren Platz an der Feldmühle musste sie erst mühsam herrichten, denn während der Kriegsjahre waren auf ihm Baracken errichtet worden, und die noch vorhandenen Laufgräben mussten erst zugeschüttet werden. Trainer von „RaKo“ war der inZündorf wohnende spätere Nationalspieler des 1. FC Köln Jupp Röhrig. Es wird berichtet, daß er als Honorar häufig mit einem Körbchen Erdbeeren zufrieden sein musste.

Bis 1957 wurde der Platz noch von der Schuljugend genutzt.Als es aber zu einem Störfall im Werk kam und Chlor austrat, wurde das der Werksleitung zu heikel. Sie kündigte den Pachtvertrag mit der Gemeinde. In der Folge mühten sich Stadt und interessierte Bürger aus Lülsdorf und Ranzel darum, einen geeigneten Standort für einen neuen Sportplatz zu finden.

Abb 25 : in weißen Trikots der SV Ranzel-Kolonie bei einem Freundschaftsspiel 1950 gegen Preußen Dellbrück. Es spielten : Fritz Palm, Büsch, Peter Felder, Roth, Peter Brehm, Eugen Nuber,Weiter, K. Seifert, Kurt Watty, W. Laufenberg und F. Kurth